SUPERSTADT – SUPERLINZ?
Ein Symposium zur Zukunft der Stadt

DO 9. Mai 2019
10.00 – 20.00
21.00 – SUPERPARTY
–––––– “TEN YEARS AFTER”

SPLACE
am Hauptplatz 6, 4020 Linz

E I N T R I T T   F R E I  !

2019, nach 10 Jahren Superstadt, stellt sich das Symposium selbst in Frage. Von der Sozialen Revolution (2009) bis zur Revolte (2017) wurden bei Superstadt die wichtigsten Themen von Stadt und Stadtplanung diskutiert und wurde die gebaute Realität ebenso reflektiert wie eine mögliche Utopie von Linz und anderen Städten. Das 10-jährige Jubiläum wird zum Anlass genommen, um folgende Fragen zu stellen: Was hat sich seit 2009 verändert? Und was können wir von der Zukunft erwarten? In Linz, Athen oder Brüssel?

Linz wächst und wird immer urbaner. 2009, als Superstadt begann, war die Linz Europäische Kulturhauptstadt. Seitdem realisierte die Stadt etliche Projekte. Das Stadtschloss erhielt einen neuen Flügel, die ehemalige Tabakfabrik wurde re-programmiert, die Ars Electronica wurde erweitert und vieles mehr entstand. Andere Projekte waren weniger erfolgreich. Ursprüngliche Designs wurden dramatisch abgeändert (Musiktheater), Projekte wurden von der Linzer Bevölkerung abgewählt oder man stellte neue Regeln auf, die sich nun negativ auf die Baukultur auswirken (Wege zur Ökonomie im Wohnbau). Linz ist ambivalent. Die Stadt ist in einem ständigen Flux und erfindet sich neu, von einer Industrie- zur Kulturstadt, von Design-orientiert zu medien-basiert. Die Industrie liegt nahe am Zentrum, ohne dass dies ein Problem wäre, spätmoderne Apartmenttürme stechen aus der alten Stadttextur und niemanden stört es, das prominenteste Grundstück der Stadt wird seit Jahrzehnten als Parkplatz genutzt und neue Wohnquartiere funktionieren gut, obwohl weit entfernt von jeglicher Urbanität. Linz ist eine SUPERSTADT, nicht wahr?

Das Super-Image von Linz täuscht. Die Stadt hat ein riesiges Verkehrsproblem, die Bereiche entlang der Donau sind untergenutzt, Hochhäuser sind notwendig, aber es gibt kein Konzept dafür und geförderter Wohnbau ist nur mehr Ökonomie-getrieben. Es gibt Museen, aber keine bemerkenswerte Galerieszene, alternative Wohnräume für junge Leute sind rar, und außer der Kunstuniversität liegen die meisten Universitätsgebäude am Rand der Stadt.

SUPERSTADT, SUPERLINZ? fragt nach der Zukunft von Linz. Wie wird Linz mit der Donau umgehen? Gibt es ein Linz ohne Verkehr? Wie werden wir zukünftig in Linz leben und arbeiten? ArchitektInnen, ÖkologInnen, KünstlerInnen und PhilosophInnen präsentieren ihre Projekte und Ideen, verlinkt mit lokalen Diskursen. Wie werden Hochhäuser in Zürich gebaut? Wer bespielt Leerräume in Tallinn? Wie denkt man in Athen über Wohnbau? Und was macht man in London am Wasser? Und schließlich: Wer wird SUPERLINZ bauen?

Kuratiert von Sabine Pollak, Sara Hammer, Frank Schwenk

www.superstadt.at
www.ufg.at



Das Symposium Superstadt! wird unterstützt von

Programm

Moderation: Ines Mitterer de Guitart, Journalistin, AT

10.00 – Begrüßung
10.15 – Sabine Pollak, Leitung Urbanistik Kunstuniversität Linz, AT
10.45 – Patrick Gmür, Architekt & Stadtplaner, CH
11.15 – Luis Basabe Montalvo, Arenas Basabe Palacios Arquitectos, ESP/AT
11.45 – Aristide Antonas, Autor und Architekt, GRC
12.15 – Response Tobias Hagleitner, Architekturpublizist, AT

12.30 – Lunch Break
–––––– oder Soundwalk übermorgen, theaternyx*

13.30 – Ralf Lõoke, Salto Architects, EST
14.00 – Claudia Seigmann, Markus Zett, theaternyx*, AT
14.30 – Fahim Amir, Philosoph, AUT
15.00 – Lars Moritz, Performancekünstler und experimenteller Stadtforscher/D
15.30 – Marten Kaevats, National Digital Advisor, EST
16.00 – Response Genoveva Rückert, Kuratorin am OK im OÖ Kulturquartier in Linz, AT

16.30 – Christina Gruber, Gewässerökologin & Medienkünstlerin, AT
17.00 – Chris Romer-Lee, James Lowe, Studio Octopi, UK
17.30 – Time’s Up, Kunst- und Kulturverein, AT & AU 
18.00 – Belinda Tato, Ecosistema Urbano, ESP
18.30 – Response Franz Koppelstätter, AFO Direktor, AT

18.45 – Otmar Wagner, Performancekünstler, D/AT

SUPERPARTY 10 YEARS AFTER

Vortragende

  1. Vortragende
    Vortragende

    @vortragende-image – Jakob Gsöllpointner

    Die Schweine der Zoöcity

    Fahim Amir

    Die Stadtplanerin Jennifer Wolch skizzierte 1998 in ihrem berühmt gewordenen Text „Zoöpolis“ die Utopie eines posthumanistischen Urbanismus. Daran anschließend entwickelt der Vortrag den Begriff der Schweinischen Multitude: Als zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in New York bislang räumlich getrennte Gebiete näher aneinanderrückten, wurde ein bis dahin übliches Phänomen zum Gegenstand erbitterten Debatten, Gesetzesvorhaben und sogar Straßenschlachten – die freilaufenden Schweine, die das Stadtbild lange geprägt hatten. Bis die Zähmung New Yorks einige Jahrzehnte später gelang, erschütterten dutzende „Hog Riots“ die Stadt. Ganze Nachbarschaften widersetzten sich dem „Pignapping“ durch Staatsorgane. Diese unübersichtlichen Gemenge aus Menschen und Schweinen wurden in hunderten Leserbriefen dieser Zeit einhellig als Swinish Multitude bezeichnet. Der Vortrag geht der sozialen und urbanen Geschichte dieses Begriffs nach und fragt, was er für das Verständnis aktueller Diskussionen und utopisch anmutender Phänomene leisten kann.

    Fahim Amir lebt als Philosoph in Wien; er befasst sich mit den Übergängen von NaturKulturen und Urbanismus, Performance und Utopie, kolonialer Historizität und Modernismus. Amir hatte Gastprofessuren an der Akademie der bildenden Künste Wien, an der Universität Campinas São Paulo und der Kunstuniversität Linz inne. Er arbeitete mit Künstler*innen wie Deichkind und Chicks on Speed, daneben war Amir Kurator von Live-Art-Festivals (Kampnagel Hamburg) und Ausstellungen (Secession Wien), betrieb die Performance-Bar Schnapsloch und gründete den Verlag Proll Positions. Zuletzt erschienen von ihm das Nachwort zu Donna Haraways "Manifest für Gefährten“ (Merve, 2016) und die mit dem Karl-Marx Preis 2018 ausgezeichnete Streitschrift "Schwein und Zeit. Tiere, Politik, Revolte" (Nautilus, 2018).

    The pigs of zoöcity City planner Jennifer Wolch outlined the utopia of posthuman urbanism in her 1998 seminal text “Zoöpolis”. Adressing utopian qualities of reality the lecture develops the concept of the Swinish Multitude historically as part of urban politics. When in the beginning of the nineteenth century in New York spatially far separated areas came closer together, a hitherto common phenomenon became the subject of bitter debates, legislative proposals and even street battles - the free-roaming pigs, that had long shaped the cityscape. Before the taming of New York could succeed a few decades later, dozens of "Hog Riots" had shaken the city. Entire neighborhoods resisted the "pignapping" of their means of existence by state organs. The resisting assemblage of humans and pigs were unanimously referred to in hundreds of letters to the editor of this time as Swinish Multitude. The lecture examines the social and urban context of this term and asks if it can help us to understand affective, political and utopian dimensions of current debates about the city.

    Fahim Amir is a philosopher living in Vienna; his research interests are naturecultures and urbanism, performance and utopia, colonial historicity and modernism. Amir has held visiting professorships at the Academy of Fine Arts Vienna, the University of Campinas São Paulo and the University of Art and Design Linz. He worked with artists like Deichkind and Chicks on Speed, was curator of Live Art Festivals (Kampnagel Hamburg) and exhibitions (Secession Vienna), ran the performance bar Schnapsloch and founded the publishing house Proll Positions. Most recently, he wrote the afterword to the German translation of Donna Haraway's "Companion Species Manifesto” (Merve, 2016) and “Schwein und Zeit. Tiere, Politik, Revolte” (Nautilus, 2018) that was honoured with the Karl Marx Award 2018.

  2. Vortragende
    Vortragende

    The Structure of Revenge – Antonas Office – Elina Axioti

    Die Protokoll-Stadt

    Aristide Antonas, Architekt und Autor, GR

    Eine Untersuchung einer gegebenen urbanen Bedingung durch eine “Infrastruktur von Protokollen”, die einer Transformation der angebotenen Services der Stadt folgen. Durch die Logik von Anwendungen transformiert eine Stadt ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen, den Transport, die Essenskultur und die alltäglichen Umgangsformen. Könnte das Design solcher “Protokolle” auch eine neue Urbanität kreieren?

    Aristide Antonas ist ein griechischer Architekt, Autor und visueller Künstler. Seine Interessensschwerpunkte sind so genannte “Protokolle als Architektur”, “Infrastrukturen der häuslichen Sphäre” und “Stabilität aus der Übertreibung von Datenflüssen”. Texte, kombiniert mit traditionellen Designtechniken verwenden oft Referenzen aus den Bereichen der Gesetzgebung oder der Archäologie. Antonas hat sein PhD in Philosophie an der Universität Paris X absolviert. Zurzeit unterrichtet er als Professor an der Architectural Association in London. Er war Teilnehmer der documenta 14. Zudem wurden seine aktuellen Arbeiten in drei Einzelausstellungen gezeigt – im Schweizer Architekturmuseum, im Vorarlberger Architekturinstitut in Österreich sowie im FRAC Center in Orleans, Frankreich. Die Arbeit von Aristide Antonas umspannt Philosophie, Kunst, Literatur und Architektur. Er lebt und arbeitet in Athen und Berlin.

    The protocol city An investigation about a given urban condition addressing a growing "infrastructure of protocols" that follow a transformation of city services; through the logic of applications a city already transforms its living and working conditions, its transportation, food culture and personal habits. Could a design of protocols organize a new urbanity to come?

    Aristide Antonas is a Greek architect, writer, visual artist. His principal topics of interest are “protocols as architecture”, “infrastructure of the domestic sphere”, “stability from the exaggeration of data flow”; texts combined with traditional design techniques use often references to legislation and archaeology. Antonas holds a PhD in Philosophy from the University of Paris X. He is currently a professor for Design in the Architectural Association in London. He participated in documenta 14 and has had three institutional solo exhibitions on his recent production at the Swiss Architecture Museum, the Vorarlberger Architektur Institut in Austria and the FRAC Centre in Orleans, France. Aristide Antonas' work spans philosophy, art, literature and architecture. He is based in Athens and Berlin.

  3. Vortragende
    Vortragende

    CC-by-SA by Time’s Up / Elisa Unger – CC-by-SA by Time’s Up

    Change was our Only Chance

    Time’s Up, Kunst- und Kulturverein, AT & AU

    „Wir befinden uns im Jahr 2047 in einer in Gewässernähe liegenden, nicht weiter lokalisierten Stadt namens Turnton. Die verheerende Langzeitwirkung der Umweltverschmutzung samt einhergehender Erschütterung des Naturhaushaltes dominieren den globalen Alltag. Eine ökologische Dystopie, die überaus bewusst mit sozial-ökonomische Utopien angereichert wird. Alternative Denk- und Lösungsansätze, die vormals mehrheitlich belächelt, als politisch und wirtschaftlich utopisch, technologisch noch unausgereift bis nicht umsetzbar abgetan oder als naiv abgekanzelt wurden, sind in diesem Turnton des Jahres 2047 Schlüssel zum Überleben.“

    Dieser Textauszug findet sich in der "Story-World" Beschreibung von Time's Up Projekten wie Turnton Docklands oder Change was our only Chance, mit denen wir einladen in Zeiten fundamentaler Veränderung die häufig dominierende „Angst vor der Zukunft“ in „Lust auf Zukunft“ zu verwandeln. Als "Experiential Futures" in Form begehbarer und sinnlich erfahrbarer Erzählungen inszeniert, erlauben sie den Blick aus der Zukunft zurück in die Gegenwart. Sie bilden den Rahmen um mögliche Zukünfte im Hier und Jetzt voller Neugierde und Spielgeist zu erforschen.

    Time’s Up, 1996 gegründet und im Linzer Hafen in Oberösterreich verankert, versucht die gebräuchlich beschriebenen Grenzen der Disziplinen Kunst, Technologie, Wissenschaft und Unterhaltung auszuweiten und miteinander zu vernetzen. Als Labor zur Schaffung experimenteller Situationen modelliert Time’s Up dem Alltag entlehnte Wirklichkeiten im Verbund mit möglichen Zukunftsszenarien zu haptisch erlebbaren Erzählungen, die in Form transmedialer, begehbarer Installationen das Publikum zum aktiven Erforschen einladen.

    http://www.timesup.org

    “We find ourselves in 2047, in a town named Turton, that lies in approximate distance to bodies of water but otherwise isn’t further located. The devastating consequences of environmental pollution accompanied by severe disruption of the ecosystem now dictate everyday life. An ecological dystopia consciously reinforced by socio-economical utopia. Alternative approaches and solutions, that were formerly ridiculed, written off as politically and economically utopian, technically underdeveloped, ineffective or naive are now the key to survive in present day Turnton.”

This excerpt can be found in the “Story-World” description of Time’s Up projects like “Turnton Docklands” or “Change was our only Chance”, with which we invite you to turn the often prevailing “fear of the future” into a “desire for the future” in times of fundamental change.
As walkable “experiential futures” orchestrated as sensually experienceable narratives, they allow looking back from the future to the present. They become the frame within which curious and playful explorations of future scenarios are made possible at this very moment.

    Time's Up is a nonprofit organisation founded in 1996 in Linz Austria, to investigate the possibilities of haptic interactive human scale situations. As a laboratory for the composition of experimental situations, Time's Up creates narrative spaces, especially in the context of constructing models of possible, experiential futures and building physical narratives that explore contemporary sociopolitical issues.

  4. Vortragende
    Vortragende

    NeworrLinz / Christina Gruber – Simon Graf

    The Danube Experiment – A River as Situation

    Christina Gruber, Bildende Künstlerin und Gewässerökologin

    Die Lecture Performance The Danube Experiment spannt, ausgehend vom Linzer Donauufer, ein weltweites Netz, das über die üblichen Grenzen von Raum und Zeit hinausgeht. Bohrinseln im Golf von Mexiko stehen in direkter Verbindung mit Ölfrachtern auf der Donau. Urzeitliche Organismen tauchen erneut auf und landen letztendlich im Linzer Donauhafen. Quantenteleportationen teilen sich eine Insel in der Donau mit lebenden Fossilien, die ursprünglich zum Hochwasserschutz angelegt wurde. Entlang des Flusses vermischt sich pleistozäner Goldsand mit Partikeln aus dem Weltall. Flüsse schreiben ihre Geschichte stetig neu und löschen sie dabei im gleichen Moment wieder aus. Bestimmend sind Anlandungs- und Abtragungsprozess - Erosionen und Akkumulationen - die ein Denken in mehreren Ebenen und Schichten voraussetzen. Erfahrungen aus Reisen entlang des Mississippi und der Donau ergänzen sich mit aktuellen Referenzen aus Literatur und Musik. The Danube Experiment versucht ökologische Entwicklungen und soziokulturellen Phänomenen an einem Fluss abzulesen und stellt die Frage, wie wir diese neu verhandeln können?

    Christina Gruber ist Bildende Künstlerin und Gewässerökologin. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Landschaften im Übergang. Flüsse stellen für sie den optimalen Beobachtungsrahmen dar, um sich den vielschichtigen gesellschaftlichen und ökologischen Phänomenen anzunähern, die unsere Erde gestalten. Gruber studierte ortsbezogene Kunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien, sowie Landschaftsarchitektur und Gewässerökologie an der Universität für Bodenkultur in Wien sowie in Lissabon, Portugal. Sie unterrichtet an der Kunstuniversität Linz und ist als Forscherin tätig. Seit 2012 Ausstellungen, Performances, Vorträge und internationale Kunstprojekte, u.a..: Research Lab servus.at, Linz; Deltaworkers – nomadic residency program, New Orleans, USA; LandXcapes, BJCEM - Lecce, Italien; BioArt Society, Finnland, Djerassi Resident Artist Program – Woodside, USA; kulturtankstelle, Linz; Clouds and Rocks, FHNW meets Art Basel; Art Meets Radical Openness (AMRO), Linz; Angewandte Innovation Lab, Wien; Depot, Wien; The Stacks – Contemporary Art Center, New Orleans.

    www.christinagruber.net

    Beginning on the banks of the Danube in Linz, The Lecture Performance The Danube Experiment spans a worldwide network which goes beyond the usual concepts of space and time. Oil rigs in the Gulf of Mexico are directly connected to the oil tankers on the Danube. Native organisms are re-emerging and eventually landing in the harbours of Linz. Quantum teleportations share an island in the Danube with living fossils, which originally served as protection against flooding. Gold sand from the Pleistocene era mix with particles from outer space. Rivers are constantly writing their history whilst erasing them in the same moment. A given are the landing and removal processes (accumulation and erosion), which define a method of thinking happening on multiple levels and layers. Knowledge gather from travels along the Mississippi and Danube are complimented by contemporary literature and musical references. The Danube Experiment seeks to understand the ecological developments as well as socio-cultural phenomena of a river while raising the question; how can we renegotiate them?

    Christina Gruber is an artist and freshwater ecologist living and working in Vienna, Austria. She works at the intersection of art and science; her work deals with societal phenomena that shape our world. These relate to the Anthropocene, a concept that describes human beings as the main force changing the earth’s surface. Gruber investigates the effects humans have and had on the landscape and how they’ve shaped the earth’s surface. In the last years water is of special interest to her. She sees it as the element that all things on earth, including humans, have in common. Since 2012 Christina Gruber was involved in exhibitions, performances, lectures and international artprojects at the Research Lab servus.at, Linz; Deltaworkers – nomadic residency program, New Orleans, USA; LandXcapes, BJCEM - Lecce, Italien; BioArt Society, Finnland, Djerassi Resident Artist Program – Woodside, USA; kulturtankstelle, Linz; Clouds and Rocks, FHNW meets Art Basel; Art Meets Radical Openness (AMRO), Linz; Angewandte Innovation Lab, Wien; Depot, Wien; The Stacks – Contemporary Art Center, New Orleans.

    http://www.christinagruber.net

  5. Vortragende
    Vortragende

    Hochhaus Hard Turm Park / Roger Frei – Beat Schweizer, Bern

    Shaken, not stirred. Das Hochhaus als Ausdruck der urbanen Wohnform

    Patrick Gmür, Architekt, CH

    Die Zukunft der Menschheit liegt in den Städten, sagte einmal Kofi Annan, der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in einer Stadt. Unsere Städte wachsen – auch weil sie attraktiv sind und viel bieten. Gleichzeitig verändert sich unsere Gesellschaft rasant. In Zürich lebt schon mehr als 60% der Einwohnerinnen und Einwohner in Einzelhaushalten. Wie reagieren wir auf diese gesellschaftlichen Veränderungen? Wie verdichten wir unsere Städte? Als eine der Lösungen wird immer wieder das Hochhaus gehandelt. Welches sind dessen Vor- und Nachteile und wann macht dieser Gebäudetyp Sinn? Was braucht es für Rahmenbedingungen, damit ein Hochhaus gebaut werden kann? Kann das Hochhaus einen Beitrag zu den steigenden Mieten leisten und für welche Menschen ist diese Wohnform überhaupt interessant? Der Vortrag erläutert anhand der aktuellen Hochhausplanung in Zürich und anhand von eigenen gebauten und geplanten Hochhäusern die Möglichkeiten dieser urbanen Wohnform.

    Patrick Gmür ist ein Schweizer Architekt und Stadtplaner. Nach seinem Studium der Architektur an der ETH Zürich führte er von 1989 bis 2009 ein eigenes Architekturbüro in Zürich. Er gewann zahlreiche Architekturwettbewerbe und machte sich insbesondere mit Wohnungs- und Schulhausbauten im In- und Ausland einen Namen. Zu seinen wichtigsten Werken gehören die Wohnüberbauungen James und Paul Clairmont-Strasse, das Hochhaus Hard-Turm-Park, die Erweiterung des Schulhauses Scherr sowie die beiden Wohnhäuser für Studierende und das Personal des Universitätsspitals in Zürich. Daneben unterrichtete er an verschiedenen Universitäten, u.a. an der ETH Zürich, und war von 2005 bis 2008 Vorsteher des Instituts für Architektur der Fachhochschule Nordwestschweiz. Von 2009 bis 2016 stand Patrick Gmür als Direktor dem Amt für Städtebau der Stadt Zürich vor und verantwortete die stadträumliche, städtebauliche und architektonische Entwicklung von zahlreichen Stadtgebieten. In seinen Zuständigkeitsbereich fielen auch die Denkmalpflege und Archäologie als wichtige Teile der strategischen Stadtplanung. Seit dem 1. Oktober 2016 ist Patrick Gmür wieder Mitinhaber von Gmür & Geschwentner Architekten + Stadtplaner AG, in Zusammenarbeit mit Michael Geschwentner. Daneben juriert er Wettbewerbe, ist Vorsitzender des Gestaltungsbeirats Stuttgart und hält Vorträge über architektonische und städtebauliche Themen im In- und Ausland.

    www.gmuergeschwentner.ch

    Kofi Annan, the former General Secretary of the United Nations, once said; The future of humanity lies in cities. More than half of the worlds population lives in a city today. Simultaneously our society is rapidly changing. In Zürich for example, more than 60% of the population lives in a detached single family household. How do reacted and deal with these social changes? How can we densify our cities? The High-rise appears time and time again as one answer to these questions. What are its the advantages and disadvantages? When does it make sense to implement this type of building? What sort of frameworks exist in order to build a high-rise? Does a high-rise contribute to rising rents and for what people is this type of architecture even interesting? The lecture will explain the possibilities given from this form of urban living with the help of current high-rise planning in Zürich as well as built and planned buildings of this type.

    Patrick Gmür is a Swiss architect and urban planner. Following his studies in architecture at the ETH Zürich, he ran his own architecture office in Zürich from 1989 until 2009. He won countless architecture competitions garnered an international reputation with housing as well as education institution buildings. Some highlights from his portfolio include the housing complex James and Paul Clairmont-Strasse, the high-rise Hard-Turm-Park, the expansion of the school Scherr, as well as the housing pair for students and personal of the University Hospital in Zürich to name but a few. On the side Patrick also taught at various universities such as; ETH Zürich, from 2005-2008 he was the superintendent for the Institute of Architecture at the Polytechnical College of Northwest Switzerland. From 2009 until 2016 Patrick Gmür was the acting Director for the Bureau for Urban Development Zürich. He was responsible for the urbanistic, urban conceptual, and architectural development of countless neighbourhoods. He was responsible for historical preservation as well as archeological strategies involved in city planning. Since October 1st, 2016, Patrick Gmür is once again co-owner of Gmür & Geschwentner Architekten + Stadtplaner AG, with co-owner Michael Geschwentner. Parallel he is partaking in architecural competitions as jury member, is chair of the architectural advisory board of stuttgart, and holds lectures on architectural and urban planning themes domestically as well as internationally.

  6. Vortragende
    Vortragende

    – privat

    Tobias Hagleitner, Architekturpublizist, A

    (*1981) stammt aus Bregenz. Er hat an der Kunstuniversität Linz Architektur studiert und lebt als Künstler, Ausstellungsmacher und Architekturpublizist in Oberösterreich. Seit 2014 ist er der Architekturkritiker der OÖ Nachrichten. Als Fachjournalist schreibt er für verschiedene Medien und Publikationen, u. a. für die vom vai Vorarlberger Architektur Institut kuratierte Reihe zur Baukultur "Leben & Wohnen" oder für die Architekturdatenbank nextroom. Mit einer Arbeit zum Zusammenhang von Automobilität und Raumvorstellung im 20. Jahrhundert hat er 2018 im Fach Architektur | Urbanistik promoviert. Er ist Mitbegründer des Formats "Theorie im Keller" im afo architekturforum Oberösterreich.

    www.nextroom.at/actor.php?id=64553&inc=text

    (*1981) Originally from Bregenz, Tobias studied architecture at the University of Arts and Industrial Design Linz and works as artist, exhibition planner and architecture publicist in Upper Austria. Since 2014 he has worker for the OÖ Nachrichten as architecture critic. As a professional journalist he has written for a variety of mediums and publications such as; for VAI Vorarlberg Architecture Institute Tobias curated a series on building culture (Baukultur) “Leben & Wohnen” or for the Architecture Databank nextroom. He focused his diploma thesis on the relationship between the automobile and spacial perception in the 20th century with the department of Architecture | Urbanism in 2018. He is cofounder of the lecture series “Theorie im Keller” in the afo Architecture Forum Upper Austria.

    www.nextroom.at/actor.php?id=64553&inc=text

  7. Vortragende
    Vortragende

    – Johanna Leitner

    Franz Koppelstätter, AFO Leiter, A

    studierte Architektur in Linz, Wien und Vilnius. Ab 2012 war er als Reiseleiter von Urbanistik-Touristik und Lehrender an der Kunstuniversität Linz tätig. Nach Berufspraxis in Spanien und Österreich sowie freien Projekten in den Bereichen Architektur, Kunst im öffentlichen Raum und Leerstandsbespielung in unterschiedlichen Konstellationen ist er seit 2016 Leiter des afo architekturforum Oberösterreich. Besonders interessiert ihn die Rolle der Einzelnen in der Gestaltung der gebauten und gelebten Umwelt.

    Franz Koppelstätter studied architecture in Linz, Vienna and Vilnius. From 2012 he worked as a tour guide for Urbanistik-Touristik and as a lecturer at the University of Art in Linz. After professional experience in Spain and Austria as well as freelance projects in the fields of architecture, art in public spaces and vacant spaces in various constellations, he became director of the afo architekturforum Oberösterreich in 2016. He is particularly interested in the role of the individual in the shaping of the built and lived environment.

  8. Vortragende
    Vortragende

    – Walter Reichl

    Ines Mitterer de Guitart, Journalistin

    Ines Mitterer de Guitart ist studierte Dolmetscherin und Übersetzerin in den Sprachen Italienisch, Spanisch und Portugiesisch mit Schwerpunkt Architektur. Seit 1993 freie und später angestellte Kulturredakteurin beim ORF. Setzt sich als Radio und Fernsehjournalistin vor allem für die Schwerpunkte Kunst, Architektur, Stadtleben und Literatur ein. Beruflicher Hauptsitz im ORF Funkhaus/ Redaktion: „Diagonal „; regelmäßige Mitarbeit in der TV-Redaktion des „Kulturmontag“. Jüngstes Dokumentarfilmschaffen umfasst Filme über Olafur Eliasson, Herbert Brandl, Velázquez oder Schönheit und Kunst.

    www.inesmitterer.at

    Ines Mitterer de Guitart studied interpretation and translation in Italian, Spanish, and Portuguese with a focus in architecture. She works as a moderator for ORF since 1993, beginning as a freelance producer and later as a staff member. As a radio and tv journalist, she sets her focus on art, architecture, urban living, and literature. Her primary area of work at the ORF broadcasting studio is “Diagonal,” however she regularly collaborates as tv producer for “Kulturmontag.” Her most recent documentary film productions consist of works on Olafur Eliasson, Herbert Brandl, Velázquez as well as Beauty and Art.

    www.inesmitterer.at

  9. Vortragende
    Vortragende

    Rania Moslam – irreality.tv

    Besser als im Fernsehen – die Stadt und die Zukunft

    Lars Moritz, Performancekünstler und experimenteller Stadtforscher, D

    Wenn heute die Zukunft des Urbanen verhandelt wird, erscheint Zukunft meist nur als sozial und technisch optimierte Gegenwart. Die Forderung nach Nachhaltigkeit entspringt oft genug dem Wunsch, den Kapitalismus irgendwie über die Zeit zu retten. Die Zukunft als eine Zeit, in der alles auch ganz anders kommen könnte, scheint unmöglich geworden zu sein. Die Lecture-Performance widmet sich zunächst einigen Regierungstechniken, die dafür sorgen sollen, dass im Grunde alles so bleibt, wie es ist. Dabei geht es um die Enteignung der Zukunft durch Schulden, Simulationen von Urbanität oder eine Politik der Angst. Frei nach Antonio Gramsci geht es dann von pessimistischen Analyse in die optimistische Praxis künstlerischer Alltagsintervention. Präsentiert werden verschiedene Projekte, die mit Strategien einer Fiktionalisierung des Alltags operieren, um den gewohnten Gang der Dinge ins Stolpern zu bringen. Im Zentrum steht die von irreality.tv entwickelte künstlerische Strategie der Soapifizierung, die versucht, den Alltag so aufregend, unerwartet und dramatisch zu gestalten, wie wir ihn aus unseren Lieblingsfernsehserien kennen. Denn die Realität, so wie sie ist, ist doch vor allem eins: unwahrscheinlich.

    Lars Moritz, Performance-Künstler und experimenteller Stadtforscher, realisiert seit vielen Jahren Projekte im urbanen Raum, immer site-specific, oft partizipativ. 2011 gründete er das Institut für Alltagsforschung, einer Plattform für künstlerische Recherchen und direkte Aktionen im urbanen Alltag, das zuletzt im Auftrag des Technischen Museums Wien einen wissenschaftlichen Film über „wearable technologies“ drehte. In zahlreichen Projekte schuf er – häufig in der Auseinandersetzung mit touristischen Erlebnisweisen –  neue urbane Infrastrukturen, baute Gehsteig-Minigolf-Anlagen, richtete den erste innerstädtischen Nationalpark der Welt ein oder wilderte ein Monster aus. Mit dem Kollektiv irreality.tv dreht er partizipative Web-Serien mit dem Ziel der Soapifizierung des Alltagslebens. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Entwicklung neuer Formen der Wissensproduktion im Geiste eines radikalen Infotainments. So entwickelte L. Moritz die Wissenschaft der radical bionics, die über die Transformation tierischer und pflanzlicher Strategien in politische Praktiken nachdenken und gestaltete gemeinsam mit Otmar Wagner das Nachrichtenjournal AKTION AKTUELL (civil media award 2017). 

    www.irreality.tv

    If the future of urbanity is to be discussed today, it usually appears only as a socially and technically optimized present. The demand for sustainability often springs from the desire to somehow save capitalism over time. The future as a time when everything could be completely different seems to have become impossible. The lecture performance is initially devoted to various governmental techniques which seek to keep everything as it is. The expropriation of the future through methods of debt, simulations of urbanity, or even a policy of fear. Following Antonio Gramsci, the lecture transitions from a pessimistic analysis to an optimistic practice of everyday artistic intervention. Presented are various projects that operate with strategies to fictionalize everyday life in an effort to complicate the usual flow of things. The focus is set on an artistic strategy of “soap-operafication” developed by irreality.tv, which seeks to make everyday life as exciting, unexpected and dramatic as we know it from our favorite television series. Reality, as it is, is above all one thing: unlikely.

    Lars Moritz is performance artist and experimental city-researcher. Over the years he has carried out many projects within an urban setting, always site specific, often participative. In 2011 he founded the Institute for Everyday-research; a platform for artistic research and direct action within a framework of urban daily life. Recently commissioned by the Technical Museum of Vienna, the Institute for Everyday-research directed and produced a scientific film taking a peek at wearable technology. His body of work shines light on the discussion of tourist experiences; creating new urban infrastructure, building sidewalk-mini-golf courses, founding the first inner-city national park in the world or even reintroduced a monster into the urban landscape. In cooperation with the collective irreality.tv, Lars Moritz directs interactive web series through the “soap-operafication” of everyday life. Another emphasis of his work is the creation of new forms of research in the framework of radical “Infotainments”. In this method L. Moritz created the science of radical bionics, through which animalistic and biological strategies are transformed into political practice and reflection. Lastly, he designed in cooperation with Otmar Wagner the news publication AKTION AKTUELL (civil media award 2017).

  10. Vortragende
    Vortragende

    Collage: Alexandra Chrobak – Susanna Hofer

    Archipelago Linz

    Sabine Pollak, Leitung Architektur | Urbanistik, Kunstuniversität Linz

    Linz ist weder groß noch klein, weder locker noch dicht, weder alt noch neu. Linz ist die Weder-Noch-Stadt. Das ist nicht zwingend schlecht. Linz kann sich einfach nicht entscheiden, und das macht es liebenswert. Ein bisschen Hochhaus hier, ein wenig Historisches da, eine Brücke hier, eine Seilbahn da. Linz ist eine offene Ideensammlung, ein Riff aus urbanen Insel-Dosierungen. Das ist an sich kein schlechtes Konzept, wäre da nicht der überbordende Verkehr zwischen den Inseln. Aber der soll bitte zukünftig nicht mehr unser Problem sein. ARCHIPELAGO LINZ entwickelt die Theorie einer zukunftsfähigen Inselstadt Linz. Und wo ist hier eigentlich der Ozean?

    Sabine Pollak studierte Architektur in Graz, Innsbruck und Wien, promovierte 1995 mit der Arbeit "Programme und Strategien in der Architektur" und habilitierte sich 2003 mit dem Buch "Leere Räume. Wohnen und Weiblichkeit in der Moderne". Sie leitet gemeinsam mit Roland Köb das Architekturbüro Köb&Pollak Architektur in Wolfurt und Wien und arbeitet in den Bereichen Urbanistik, Wohnbau, Architekturtheorie und Genderforschung. Sabine Pollak unterrichtete als Gastprofessorin an verschiedenen internationalen Universitäten und leitet seit 2008 als Professorin den Bereich Architektur und Urbanistik an der Kunstuniversität Linz. Köb & Pollak Architektur realisierte eine Reihe an Bauten, zuletzt als ARGE Köb&Pollak ° Schmoeger gemeinsam mit Alexander Schmoeger. Eine Auswahl der Bauten sind das Frauenwohnprojekt ro*sa Donaustadt in Wien (2009), das Wohnprojekt BOA in Wien (2012) oder das Betreubare Wohnen in Spillern, NÖ (2011). 2016 gewann Köb&Pollak ° Schmoeger den Bauträgerwettbewerb Obere Augartenstraße in Wien.

    Linz is neither big nor small, neither sprawled nor dense, neither old nor new. Linz is the neither-nor-city. This is not necessarily a bad thing. Linz can simply not decide, and exactly that makes it lovable. A little high-rise here, a little history there, a bridge here, a cable-car there. Linz is bursting with a collection of many different ideas. One could say a reef dotted with urban islands. This is not a bad concept, if it weren’t for the excess travel between said islands. However, this shouldn’t be of concern to us in the future. ARCHIPELAGO LINZ creates a theory for the sustainable island city of Linz. The only question left; where is the ocean?

    Sabine Pollak studied architecture in Graz, Innsbruck, and Vienna, completing her doctoral degree in 1995 with the thesis “Programme und Strategien in der Architektur.” In 2003 she completed her post-doctoral qualifications with the Book “Leere Räume. Wohnen und Weiblichkeit in der Moderne.” She co-heads the the architecture firm Köb & Pollak alongside Roland Köb in Wolfurt and Vienna. Her professional focusses lie in the fields of urbanism, residential living, architecture theory, and gender studies. Sabine Pollak has taught and worked as guest professor at various international universities and since 2008 has been head of the department for architecture and urbanism at the University of Arts and Design Linz. Köb & Pollak Architecture has built countless projects, also formerly known as ARGE Köb & Pollak ° Schmoeger with Alexander Schmoeger. A few selected works include the women housing project ro*sa Donaustadt in Vienna (2009), the housing project BOA in Vienna (2012), and the assisted living home in Spillern, Lower Austria (2011). In 2016 Köb & Pollak ° Schmoeger won the building contractor competition Obere Augartenstrasse in Vienna.

  11. Vortragende
    Vortragende

    ‘Blackfriars Baths’ Copyright – ‘Studio Octopi/Picture Plane’ – Thames Baths

    New Boundaries – Neue Grenzen

    Chris Romer-Lee, Studio Octopi

    Die Themse in London war einmal ein populärer Ort zum Schwimmen für Leute aus allen Bevölkerungsschichten. Während der letzten fünfzig Jahre haben die Industrieverschmutzung, die Ausdehnung der kommerziellen Nutzung und touristische Nutzungen das Schwimmen im Zentrum von London unmöglich gemacht. Seit 2012 ist es auch nur mit der Erlaubnis jener Behörden möglich, die den Fluss verwalten. In den letzten zehn Jahren fand am Ufer der Themse ein riesiger Bauboom statt, und dies mit einem dramatischen Anstieg privater Wohnbauentwicklungen. Die Communities, die zuvor am Fluss arbeiteten oder sich am Fluss erfreuten haben nun ihre Verbindung mit diesem historischen Wasserweg verloren. Private Entwickler mit private “öffentlichen” Raum entlang der Ufer haben diese Verbindungen abgetrennt und haben die physischen Barrieren zwischen der Stadt und ihrem Wasser vergrößert.

    Thames Baths möchte diese unangenehme Balance neu konfigurieren, und dies durch ein öffentlich zugängliches schwimmendes Schwimmbad am Fluss. Alle würden Zugang zu diesem Bad haben, mit freiem Eintritt für Kinder und Personen älter als 60 Jahre. Offener Raum, natürlicher Bewuchs, ein Geschäft, ein Café und ein Restaurant würden LondonerInnen sowie BesucherInnen animieren, sich wieder entlang des Flusses zu versammeln. Dieses Schwimmbad zu bauen bedeutet, dass vorab die negative Konnotierung, die mit einer öffentlichen Nutzung der Flusszonen einhergeht, abgebaut werden. Wir haben die Themse-Bäder für etliche Orte entlang des Flusses konzipiert und überwinden langsam die Barrieren, die uns im Weg standen. Wir sind nun der Realisierung unserer Mission näher denn je, aber werden wir auch weiche und fluide neue Grenzen zwischen der Stadt und ihrem Wasser schaffen können?

    Chris founded London architects Studio Octopi in 2003 with James Lowe. He has excellent design and communication skills with considerable knowledge of public project types and scales. Chris leads on the practice’s residential and community projects. He has an adroit ability to understand a client’s hopes and vision to formulate a clear and precise brief. Current community projects include the refurbishment of Grade II listed Grange Lido, Cumbria and a youth arts studio in Margate, Kent. Chris has delivered three community led crowd funding projects, advancing the studios’ engagement with the delivery of high quality, user-led buildings. In 2015 Chris founded social enterprise Thames Baths Community Interest Company as a way of delivering a naturally filtered, floating swimming pool on the River Thames. Chris has taught at undergraduate level and been visiting guest critic at various UK universities. Chris received his diploma from the Bartlett University College London, UK in 1998. Key projects include Writ In Water (Permanent art work), 2018; MullenLowe Group office, 2017; Peckham Lido (Community pool), 2014; Thames Baths (Floating Pool), 2013; Delfina Foundation (Artist residency & gallery), 2013 and the Bradfield College Theatre (Outdoor Theatre), 2013.

    www.octopi.co.uk
    www.thamesbaths.com

    Linz is neither big nor small, neither sprawled nor dense, neither old nor new. Linz is the neither-nor-city. This is not necessarily a bad thing. Linz can simply not decide, and exactly that makes it lovable. A little high-rise here, a little history there, a bridge here, a cable-car there. Linz is bursting with a collection of many different ideas. One could say a reef dotted with urban islands. This is not a bad concept, if it weren’t for the excess travel between said islands. However, this shouldn’t be of concern to us in the future. ARCHIPELAGO LINZ creates a theory for the sustainable island city of Linz. The only question left; where is the ocean?

    The River Thames in London was once a popular swimming spot for people of all classes. Over the last fifty years however, industrial pollution, the expansion of commercial activity and tourist craft have made swimming in the central London stretches of the river impossible and, since 2012, only with the permission of the authorities that manage the river. Over the last 10 years the banks of the Thames have been subjected to a huge building boom with a dramatic increase in private residential development. The communities previously working on or enjoying the river have lost their connection with this historic waterway. Private development with privately owned ‘public’ space along the river’s edge has severed these links and increased the physical barrier between the city and its water.

    Thames Baths aims to readdress this uncomfortable balance by installing a publicly accessible, floating swimming pool in the river. Access would be for all, with swimming free to children and those over 60. Open space, native planting, a shop, café and restaurant would encourage Londoners and visitors to once again gather along the river’s edge. However, to build this floating pool requires overturning many years of negativity towards the river as a public space. We have been developing Thames Baths at many locations along the river, gradually overcoming barriers that stand in our way. We are now closer than ever to realizing our mission but will we be able to establish soft and fluid new boundaries between the city and its water?

  12. Vortragende
    Vortragende

    – Vanessa Graf

    Genoveva Rückert, Kuratorin am OK im OÖ Kulturquartier in Linz

    Genoveva Rückert ist seit 2003 Kuratorin am OK im OÖ Kulturquartier in Linz und seit 2005 Lehrbeauftragte u. a. für Raumtheorie an der Kunstuniversität Linz. Sie kuratierte zahlreiche internationale Ausstellungen und zeichnet sich verantwortlich für die Programmentwicklung und die Publikationen im OÖ Kulturquartier. Sie leitet die Abteilung für Entwicklung und Vermittlung im OÖ Kulturquartier. Arbeitsschwerpunkte sind Raum-bezogene Kunst und Theorie, Medienkunst, Rauminstallation, Kunst im öffentlichen Raum und Kunst im erweiterten institutionellen Raum. Ausstellungen und Publikationen, u. a.: Extrakino, CyberArts – Gewinner des Prix Ars Electronica, Am Sprung – Junge Kunst/Szene Österreich, Biennale Cuvée, SINNESRAUSCH Alice, HÖHENRAUSCH – Kunst in die Stadt!, Tiefenrausch, Einzelausstellungen: Lida Abdul, Bill Fontana, Ryan Gander, Cristina Lucas, Oscar Munoz, Roman Signer, etc. Im Rahmen von AWAY – a project around residencies betreute sie gemeinsam mit Alexandra Grausam die Ausstellung zum Auslandsstipendienprogramms des Bundeskanzleramtes Österreich 2016, sowie die Ausstellung BestOff 2016 & 2017.

    Genoveva Rückert is curator at the OK Center for Contemporary Art at the Upper Austrian Cultural Quarter in Linz/Austria, since 2003, and lecturer of spatial theory a. o. at the Art University Linz, since 2005. She curated many international exhibitions, is responsible for the development of the program, the publications and is the head of the department for development and art mediation at the OÖ Kulturquartier. Key work areas: group shows and thematic exhibitions & publications: spatial art and theory, especially media art, spatial installations art in public space and art in the expanded institutional field. Exhibitions and publications: Extrakino, CyberArts – winner of the Prix Ars Electronica; Am Sprung – Junge Kunst/Szene Austria; Biennale Cuvée; SINNESRAUSCH Alice; HÖHENRAUSCH – Kunst in die Stadt!; Tiefenrausch. Solo Exhibitions: Lida Abdul, Bill Fontana, Ryan Gander, Cristina Lucas, Oscar Munoz, Roman Signer etc. In the framework of AWAY – a project around residencies together with Alexandra Grausam she curated the exhibition for the international scholarships oft he Austrian ministry 2016 and the exhibition BestOff (University of Art and Design Linz) in 2016 & 2017.

  13. Vortragende
    Vortragende

    Statements and Interventions

    Ralf Lõoke, Salto Architects, EE

    Ich werde über unsere Erfahrung mit Installationen sprechen sowie über unser Ziel, den selben Anspruch auch anzuwenden, wenn wir wirkliche Gebäude entwerfen und bauen. Wenn Installationen kritische Statements sein können oder kraftvolle Interventionen, dann sollten Gebäude, für die meist ein viel größeres Budget zur Verfügung steht, dieses Potential auch haben können.

    Das Büro Salto Architects wurde 2004 in Tallin gegründet. Das Interesse von Salto Architects liegt in dem faszinierenden Bereich zwischen Architektur, Landschaftsdesign und Kunst. Indem wir in Grenzräumen der Architektur agieren versuchen wir, mit dem Kontext zu experimentieren. Dies inkludiert auch soziale und ökonomische Faktoren und zwingt uns, unsere Methoden jedes Mal neu zu überdenken. Unsere Entwürfe reichen von Installationen, die als Architektur Gebäude unterstützen über Gebäude, die eine neue Landschaft werden bis zu Architektur, die als Installation verwendet werden kann etc. Projekte sind sehr unterschiedlich und werden dennoch gleich behandelt – sei es die Installation “Gas Pipe” auf der 11. Architekturbiennale in Venedig, das Infrastruktur-Projekt “Fast Track” in Russland oder das Orts-spezifische Stroh-Theater für die Europäische Kulturhauptstadt Tallinn 2011.

    In diesen 14 Jahren Praxis fokussierte salto hauptsächlich öffentliche Gebäude und andere Projekte mit einer öffentlichen Dimension, bei denen ein interdisziplinärer und kritischer Anspruch wichtig war. Der Entwurf umfasst oft die gesamte Landschaft, positioniert sich kritisch gegenüber der Umgebung oder erzeugt neue Hierarchien und Positionen. Das Estnische Road Museum, die Baltische Film- und Medienschule oder das Sõmeru Community Centre gehören mit zu den sehr kritisch besprochenen und gefeierten Projekten von Salto Architects. Salto Architects gewannen Preise in über 80 Architektur- und Kunstwettbewerben und halten Vorträge in unterschiedlichen Destinationen. Aktuelle Projekte sind der Tallinn Cruise Terminal, das Tallinn City Theatre, Fotografiska Tallinn und vieles mehr.

    www.salto.ee
    www.facebook.com/salto.architects/

    I am going to talk about our experience in making installations and about our aim to use the similar approach when designing actual buildings. When Installations can be critical statements or powerful interventions then buildings that usually have much bigger budget must have this potential too.

    Salto Architects is a Tallinn based office founded in 2004 that is interested in the fascinating area between architecture, landscape design and art. By operating in the border areas of architecture we try to experiment with context; including also social and economical, and rethink our methods every time. Our designs range from installations that serve as architecture to buildings that become a new landscape, or architecture that can be used as an installation etc. Projects as diverse as "Gas pipe" installation at the 11th Venice Architecture Biennale, infrastructural project "Fast Track" in Russia, and site-specific temporary straw theater for Tallinn Culture Capital of Europe 2011, to public building commissions are all treated as equal.

    During its fourteen years’ practice, Salto has mainly focused on public buildings and other kinds of projects with a public dimension where interdisciplinary and critical approach has a major role. The design often comprises the whole landscape, critically positions itself towards its surroundings or brings out a new hierarchy and priorities. For example, Estonian Road Museum, Baltic Film and Media School and Sõmeru Community Centre which are also among the most critically acclaimed designs by Salto Architects. Salto Architects have won prizes in about 80 architecture and art competitions and have been lecturing in several destinations. At the moment the office is working on Tallinn Cruise Terminal, Tallinn City Theatre, Fotografiska Tallinn etc.

    www.salto.ee
    www.facebook.com/salto.architects/

  14. Vortragende
    Vortragende

    über.morgen Copyright: theaternyx / Claudia Tondl – Claudia Seigmann, Foto: Elisa Unger – Markus Zett, Foto: Isabell Schatz

    über.morgen – ein utopischer spaziergang durch linz

    Ralf Lõoke, Salto Architects, EE

    Das aktuelle theaternyx-Projekt »über.morgen« ist eine Reise in die Zukunft: Der Spaziergang führt eine Besucherinnen-Gruppe durch ein Superlinz des Jahres 2050 und projiziert mittels Erzählstimme, subjektiven Eindrücken zukünftiger Zeitzeuginnen, sowie seinem Sounddesign Fragmente einer urbanen Utopie in die Köpfe der Zuhörerinnen. Entlang der Strecke durchstreift die Gruppe die Post-Arbeitsgesellschaft und ihre sozial-ökologischen Absicherungen ebenso, wie das zukünftige städtische Mobilitätsnetzwerk, lokale politische Teilhabe und den „Neurohumanismus“ – das auf dem Gehirn als sozialem Organ aufbauende Menschenbild. Claudia Seigmann und Markus Zett geben Einblick in die Strategien, die es ermöglichen sollen, dass sich die Zukunftsbilder im Flanieren über das real Vorhandene legen, sich an dieses anschmiegen und aus ihm hervorgehen. Sie schlagen dabei Querverbindungen zu ihren anderen Projekten im öffentlichen Raum seit 2004 und deren Verfahren des Ortspezifischen.

    theaternyx* ist seit seiner Gründung im Jahr 2000 im Grenzfeld von Theater, Performance und sozialer Praxis verortet. Seit 2004 ist der öffentliche Stadtraum Anlass und Schauplatz für Orts-, Einwohnerinnen- und Community-spezifische Stückentwicklungen dieser Kollaboration von Claudia Seigmann und Markus Zett. Der interdisziplinäre Ansatz, das sublime Spiel mit der Wahrnehmung der Zusehenden und die Lust an unkonventionellen Aufführungsformaten sorgen für herausfordernde Projekte. So gelingen immer wieder neue und andere Blicke auf Städte und ihre Bewohnerinnen. Die Erzählungen erkunden aktuell relationale Strategien und drehen sich um Alternativen zum kapitalistischen Realismus; sie kreisen um das Geschichtenerzählen selbst und das utopische Potenzial von Städten. Die Projekte leben unter anderem davon, immaterielle Spuren im öffentlichen Raum und den Köpfen der Zusehenden zu hinterlassen.

    www.theaternyx.at

    The current theaternyx*-project; “über.morgen,” travels to the future. The stroll guides a group through a Superlinz in the year 2050 projecting fragments of an urban utopia into the minds of the listeners through narration and subjective impressions of future contemporary witnesses. Along the route, the group roams the post-employment society, its socio-ecological structures, as well as the future urban mobility network, local political participation and "neurohumanism" - a human image construct projected upon the brain as part of a social organ. Claudia Seigmann and Markus Zett provide insight into the strategies that could make it possible for visions of the future to tremble all over our existing ideas, to grab a hold and grow from it. They make connections and references to past projects in the public sphere since 2004 utilizing and thereby reinforcing their process of place-specific theater.

    theaternyx* has been anchored in the fields of theatre, performance, and social practice since 2000 in Grenzfeld. Since 2004, the public urban sphere has provided the stage for local, citizen, and community based theater productions in collaboration from Claudia Seigmann and Markus Zett. The interdisciplinary approach, sublime play on audience perception, and desire for unconventional performance formats provide a base for challenging projects. Thus, they succeed time and again at creating new and different views of cities and their inhabitants. The narratives currently explore relational strategies and revolve around alternatives to capitalist realism; they revolve around storytelling itself and the utopian potential of cities. Among other things, the projects live on leaving intangible traces in the public space and the minds of the onlookers.

    www.theaternyx.at

  15. Vortragende
    Vortragende

    Ecosistema urbano – Emilio P. Doiztua

    Belinda Tato

    Belinda Tato’s Vortrag wird den Anspruch von Ecosistema urbano an Landschaft und Architektur erklären. Dabei geht es unter anderem um ihre Strategie, Langzeit-Visionen mit kurzfristigen Aktionen zu kombinieren. Über eine Serie von Fallstudien wird Tato die Konzepte erklären, die Projekten zugrunde liegen. Sie wird zeigen, wie Test- und Pilotprojekte einen effektiven Weg darstellen, um urbane Komplexitäten einerseits zu adressieren und andererseits die Gemeinschaft in eine kreative Konversation über ihren öffentlichen Raum, ihre Stadt und ihre Zukunft zu involvieren. Ecosistema's Projekte haben eine starke bio-klimatische Designkomponente, um soziale Aktivitäten ganzjährig zu unterstützen und zu ermöglichen.

    www.ecosistemaurbano.com

    Belinda Tato hat ihren Bachelor und Master in Architektur und Urban Design an der Escuela Técnica Superior de Arquitectura de Madrid und an der Universidad Politécnica de Madrid absolviert. Tato ist Gründerin und Leiterin des Büros Ecosistema urbano, gegründet 2000 in Madrid. Ecosistema urbano haben sich auf urbane Beratungsprojekte sowohl in Architektur als auch in Städtebau spezialisiert und leiten urbane Transformationsprozesse – von ersten Konzeptualisierungen bis hin zu finale Implementierungen. Auftraggebende sind lokale oder nationale Institutionen sowie multilaterale Agenturen. In den letzten Jahren fokussierte die Arbeit von Ecosistema urbano das Design von öffentlichen Räumen und deren klimatische Bedingungen, und dies für unterschiedliche Kontexte und Klimas wie etwa Bahrain oder Norwegen. Parallel dazu hat Ecosistema urbano verschiedene Werkzeuge und Partizipations-Methoden entwickelt, um BürgerInnen in den kreativen Transformationsprozess der urbanen Umwelt zu involvieren. Ecosistema Urbano hat Projekt in urbanen Kontexten in verschiedensten Ländern realisiert: Norwegen, Dänerk, Spanien, Italien, Frankreich, China, Russland, Paraguay, Bahamas, Ecuador, Bahrain, Honduras, USA und mehr. Seit ihrer Gründung haben Ecosistema urbano mehr als 45 Preise von internationalen Organisationen erhalten, so wurden sie etwa dreimal von UN-Habitat ausgezeichnet. Ihre Arbeit wurde in zahlreichen Galerien, Museen und internationalen Institutionen weltweit gezeigt. Seit 2010 unterrichtet Belinda Tato als Professorin an der Harvard University Graduate School of Design in Cambridge/USA.

    Belinda Tato will explain ecosistema urbano's approach to landscape and urban design, including their strategy of combining long term visions with short term actions. Through a series of case studies, Tato will illustrate the main concepts that underlie in their projects and how testing and piloting projects is an effective way of addressing urban complexity as well as engaging the community in a creative conversation about their public space, their city and their future. Ecosistema's projects have an important Bioclimatic design component to foster and nurture year round social activity in space.  

    www.ecosistemaurbano.com

    Belinda Tato holds a Bachelor of Science and a Masters in Architecture and Urban Design from Escuela Técnica Superior de Arquitectura de Madrid, Universidad Politécnica de Madrid. Tato is founder and director of the firm ecosistema urbano established in 2000 in Madrid, and just recently opened a US branch in Florida to expand its business in North America. Ecosistema urbano is specialized in urban consultancy projects (architecture and urban design) and leads urban transformation processes - from initial conceptualization to final implementation - working for local, national governments and multilateral agencies. In recent years, their work has focused on the design of public spaces and its climatic conditioning, for contexts and climates as diverse as Bahrain or Norway. In parallel Ecosistema urbano has been developing different tools and participatory techniques to involve citizens in the creative and transformative processes of urban environments. Ecosistema Urbano has designed and implemented projects in urban contexts from different countries: Norway, Denmark, Spain, Italy, France, China, Russia, Paraguay, Bahamas, Ecuador, Bahrein, Honduras, USA, etc. Since its founding, ecosistema urbano has received prizes and awards in more than 45 occasions by numerous international organizations (awarded by UN-Habitat on 3 occasions) and their work has been exhibited in galleries, museums and international institutions worldwide. Since 2010 Belinda has been faculty at Harvard University Graduate School of Design in Cambridge.

  16. Vortragende
    Vortragende

    Otmar Wagner – Otmar Wagner betreibt Grenzzaunjogging, Spielfeld, 2016, Copyright: Otmar Wagner

    ÄSTHETIK DER ABSPERRUNG.
    Eine Essay-Performance von Otmar Wagner

    OTMAR WAGNER, Performancekünstler, D/A

    Linz, Oktober 2016: In den Redoutensälen tagt der 'Kongress der Verteidiger Europas', unter anderem mit Herbert Kickl, der im Januar 2019 als Innenminister sagen wird: "Ich glaube, dass der Grundsatz gilt, dass das Recht der Politik zu folgen hat und nicht die Politik dem Recht." Spielfeld, Herbst 2015: Flüchtlingsströme am österreichisch-slowenischen Grenzübergang, totale Überforderung. Die damalige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner beschließt: Ein Zaun muss her! Doch wie soll er aussehen, der Zaun? Das ist nicht nur eine gesellschaftspolitische, sondern auch eine ästhetische Frage. Ausgehend von Spielfeld durchstreift Otmar Wagner Grenzen weltweit hinsichtlich ihrer formal-ästhetischen Struktur: von Korea bis Kaschmir, von Melilla bis Marokko, von Belfast bis Berlin, von Zypern bis Ceuta, von Mexiko bis Mazedonien, von Palästina bis Pakistan, von Ungarn zurück nach Österreich. Wagners Assoziationstrip führt ihn zu mentalen Architekturen der Absperrung: zur 'ethnokulturellen Identität' und zur 'Lebenden Grenze' der Identitären, zur Entwicklung von Frontex, zu Donald Trumps 'win-win-win'-Mauerbau-Politik und zur Frage: wie könnte der multifunktionale Zaun der Zukunft aussehen - als Absperrung und gleichermaßen touristische Attraktion? Untermauert wird der Assoziationstrip durch Bild- Video- und Toneinspielungen, und auch die Interaktion mit dem Publikum wird nicht zu kurz kommen...

    Otmar Wagner arbeitet als Performancekünstler, Darsteller und Regisseur. In den letzten Jahren entwickelt Wagner vorwiegend multimediale Essay-Performances, wie z.B. 'FUNKTION & FREUDE. Über Architektur, Alltag und Katastrophen' (für 'Superstadt - Die Katastrophe!', 2014). 2017-18 entwickelte er den Performance-Zyklus 'WUNDE WELT', bestehend aus den Essay-Performances 'WW#1: Imperative der Identität' / 'WW#2: Kakophonie der Kolonialisierung' / 'WW#3: Ästhetik der Absperrung', sowie die performative Installation 'WW#Ende: Ich.Europa' (2017-18). Neben den Langfassungen, die komplett im WUK Wien präsentiert wurden, existieren davon auch verschiedene Kurzfassungen. Zuletzt entstand als Auftragsarbeit des Impulse Theater Festivals in Köln das Kurzhörspiel 'FORTUNA. Sport Kunst Politik', das im Juni 2019 vom Deutschlandradio Berlin gesendet wird, sowie die Konzert-Performance 'KRANK IN EUROPA' (WUK Wien, Februar 2019). Neben seinen Solo-Projekten realisierte er gemeinsame Arbeiten mit Lars Moritz, norton commander productions Dresden, Florian Feigl (Wagner-Feigl-Forschung/-Festspiele), dem Dokumentartheater-Regieduo Kroesinger/Dura, barner 16 Hamburg, Noah Holtwiesche und anderen.

    Otmar Wagner works as a performance artist, actor, and director. In the past few years Wagner has created predominantly multi-media essay-performances, such as; ‘FUNKTION & FREUDE. Über Architektur, Alltag und Katastrophen’ (for ‘Superstadt - The Catastrophe!,’ 2014). 2017-18 he produced the performance-cycle ‘WUNDE WELT,’ which consists of the essay-performances; ‘WW#1; Imperative der Identität’ / ‘ WW#2: Kakophonie der Kolonialisierung’ / ‘WW#3: Ästhetik der Absperrung,’ as well as the performative installation ‘WW#Ende: Ich.Europa’ (2017-18). In compliment to the full-version performances, which were exhibited in WUK Vienna, the entire collection was transformed into various short versions. Lastly, commissioned by the Impulse Theater Festival Cologne, he created the short format radio-play ‘FORTUNA. Sport Kunst Politik,’ which was broadcast from Deutschlandradio Berlin in June 2019, as well as the concert performance “KRANK IN EUROPA’ (WUK Vienna, February 2019). Along side his solo works, he has collaborated with Lars Moritz, Norton Commander Productions Dresden, Florian Feigl (Wagner-Feigl-Forschung/-Festspiele), the documentary-theater directing duo Kroesinger/Dura, Barner 16 Hamburg, Noah Holtwiesche to name but a few.

    Belinda Tato holds a Bachelor of Science and a Masters in Architecture and Urban Design from Escuela Técnica Superior de Arquitectura de Madrid, Universidad Politécnica de Madrid. Tato is founder and director of the firm ecosistema urbano established in 2000 in Madrid, and just recently opened a US branch in Florida to expand its business in North America. Ecosistema urbano is specialized in urban consultancy projects (architecture and urban design) and leads urban transformation processes - from initial conceptualization to final implementation - working for local, national governments and multilateral agencies. In recent years, their work has focused on the design of public spaces and its climatic conditioning, for contexts and climates as diverse as Bahrain or Norway. In parallel Ecosistema urbano has been developing different tools and participatory techniques to involve citizens in the creative and transformative processes of urban environments. Ecosistema Urbano has designed and implemented projects in urban contexts from different countries: Norway, Denmark, Spain, Italy, France, China, Russia, Paraguay, Bahamas, Ecuador, Bahrein, Honduras, USA, etc. Since its founding, ecosistema urbano has received prizes and awards in more than 45 occasions by numerous international organizations (awarded by UN-Habitat on 3 occasions) and their work has been exhibited in galleries, museums and international institutions worldwide. Since 2010 Belinda has been faculty at Harvard University Graduate School of Design in Cambridge.

  17. Vortragende
    Vortragende

    Multiplayer City

    Luis Basabe Montalvo, Arenas Basabe Palacios Arquitectos, ES/AT

    Was ist die Rolle der Planenden in der Produktion einer Stadt, die sich zunehmend als extrem komplex erweist und in einer völlig neuen Realität zeigt? Welche AkteurInnen können in der Produktion von urbanem Raum involviert sein? Was ist die physische Unterstützung für eine urbane Open-Source-Entwicklung? Inwieweit kann Diversität in einer Stadt stattfinden, die hauptsächlich vom Markt bestimmt wird? Wie können wir Architektur als einen Prozess beschreiben, dessen Ende wir noch nicht kennen? Wo hat die Community ihren Platz in den heutigen Suburbs? Können wir Urbanisierungsprozesse andenken, die es uns erlauben, besser mit der Natur zu koexistieren? Wie können wir authentische Zentralitäten in einer fragmentierten peri-urbanen Umwelt definieren? Wie können die konventionellen Werkzeuge und Methoden der Planung neu gedacht und neu geschrieben werden? Ist alles getan, wenn Gebäude einmal fertig sind?

    Arenas basabe palacios arbeiten seit 2008 an innovativen, sozialen und transversalen Konzepten für heutige Formen von Urbanität in verschiedenen Europäischen Ländern. Eine Auswahl an selektierten Projekten soll jene Fragen illustrieren, die ihre professionelle und akademische Aktivität in den letzten Jahren bestimmten.

    Luis Basabe Montalvo ist Gründungspartner des Büros arenas basabe palacios arquitectos, gemeinsam mit Enrique Arenas und Luis Palacios. Ihre Arbeit hat international viel Anerkennung bekommen. So gewannen sie 2014 den Holcim Award Bronze, im EUROPAN- Wettbewerb waren sie in den letzten Jahren insgesamt sechs Mal unter den Preisträgern. Ihre Ideen und Konzepte wurden in verschiedenen Ländern ausgestellt, präsentiert und publiziert – so etwa in Schweden, Deutschland, Österreich, UK, Frankreich, Norwegen, Schweiz, Zypern, Korea, Indien, Russland, Italien und Spanien. Luis Basabe Montalvo ist seit 2010 assoziierter Professor für Architekturentwurf an der ETSAM-UPM (Madrid). Zudem war er Gastprofessor für Planning and Urban Design am Politecnico di Milano (2014 bis 2018) und Gastvortragender an unterschiedlichen Universitäten in ganz Europa und in Indien.

    What is the role of the planner in the production of the city, that shows itself increasingly as an extremely complex and changing reality? Which actors can be involved in the production of urban space? What is the physical support of an open-source urban development? To what extent can diversity really happen in a city, which is produced mainly under market rule? How can we describe architecture as a process, without defining its final result? Where is the place of the community in today’s suburb? Can we think of ways of urbanising that allow us to coexist better with nature? How can we define authentic centralities in fragmented periurban environments? How can the conventional tools and methods of planning and architecture be rethought and rewritten? Is everything already done, once the buildings are finished?

    Arenas basabe palacios has been working since 2008 in innovative, social and transversal concepts for contemporary forms of urbanity in different European countries. A walk through a selection of their works should illustrate this and some other questions, which have determined their professional and academic activity in the past years.

    Luis Basabe Montalvo is founding partner of arenas basabe palacios arquitectos, together with Enrique Arenas and Luis Palacios. Their work has achieved several international distinctions, such as the Holcim Award Bronze in 2014 or the EUROPAN Competition, in which they have been awarded six times in the past years. Their ideas and concepts have been presented, published and exhibited in Sweden, Germany, Austria, UK, France, Norway, Switzerland, Cyprus, Korea, India, Russia, Italy and Spain. He is Profesor Asociado for Architectural Design at ETSAM-UPM (Madrid) since 2010, and has been Visiting Professor for Planning and Urban Design at Politecnico di Milano from 2014 to 2018. Besides, he has been guest lecturer in several Universities all around Europe and in India.

Info

E I N T R I T T   F R E I  !
Und Essen und Getränke gibt es auch.

DO 9. Mai 2019
10.00 – 20.00
ab 21.00 PARTY



Impressum

Univ.Prof. Dipl.Ing. Dr. Sabine Pollak
Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz
Institut für Raum und Design – Architektur | Urbanistik

Hauptplatz 6
Postfach 6
A-4010 Linz
Tel: +43 732 7898 226
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